Aus dem Maschinenraum: KI Konferenz der ZEIT in Berlin

Chatbots für die automatisierte Kundenkommunikation, (teil-)autonome Autos oder Mähdrescher, die eigenständig ihre Messer schärfen – der Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) in der Wirtschaft ist vielfältig und was wir bisher beobachten, ist sicher nur der Anfang.

Anfang September kamen in Berlin rund 400 Gäste und 15 Speaker zusammen um über die Zukunft von KI zu diskutieren. Wir waren mit vor Ort und haben die wichtigsten Erkenntnisse hier für euch zusammengefasst:

Künstliche Intelligenz genießt nach wie vor nicht den besten Ruf

… obwohl wir intelligente Anwendungen bereits fast täglich nutzen und schätzen (angefangen bei der Navigations-App unseres Telefons bis hin zu smarten Anwendungen in der Haustechnik). Skeptisch stehen wir aber Entscheidungen auf Basis von Maschinen immer dann gegenüber, wenn es persönlich wird: Personalentscheidungen mithilfe von Algorithmen zu fällen, wird von vielen daher als eher befremdlich wahrgenommen. Zumal in diesem Bereich auch deutlich wird, was eine Maschine bzw. KI eben (noch) nicht leisten kann: Emotionalität und allgemeine zwischenmenschliche Interaktionen können bisher allenfalls imitiert werden, diese „Fälschungen“ entlarven wir jedoch überwiegend recht schnell. Zudem scheint es eine kulturell begründete Distanz zu intelligenten Maschinen zu geben, nicht zuletzt initiiert durch jene Darstellung in der Unterhaltungsindustrie, in denen Maschinen ein unangenehmes Eigeneleben entwickeln.

Der Einsatz von KI hat nicht das Ziel menschliche Arbeitsplätze zu vernichten…

Die Konferenzteilnehmer sind sich vielmehr darin einig, dass ein Ersatz des Menschen oder gar eine Machtübernahme durch Maschinen auch gar nicht zur Debatte steht. Vielmehr wird KI als Unterstützung des Menschen erkannt, mit der dessen Defizite ausgegelichen werden können.

In diesem Zusammenhang wurde mehrfach von Narrow AI gesprochen: Ein System also, das eine noch sehr eingeschränkte Intelligenz besitzt, die sich auf ganz bestimmte Bereiche fokussiert und dabei deutlich besser agiert als der Mensch. Arbeitsministerin Andrea Nahles machte deutlich, dass sie gerne weniger arbeitet, wenn Maschinen irgendwann einmal in der Lage sind, ihr lästige Tätigkeiten abzunehmen. Soweit ist die Entwicklung allerdings noch lange nicht: Nach Michael Bolle, dem Chef der F&E Abteilung bei Bosch, ist die erwähnte Narrow AI tatsächlich bisher eher eine imitierende Intelligenz, denn diese Systeme führen eben genau das aus, was ihnen im vorhinein einprogrammiert wurde. Zweifelsohne können Roboter schon heute vielfältige Arbeiten erledigen und dem Menschen auf unterschiedlichste Art behilflich sein. Technik-aufgeschlossenere Nationen wie Japan, setzen Künstliche Intelligenz bereits für verschiedenste Aufgaben ein, auch in Form von Robotern bei der Altenpflege. Hier fallen dann aber natürlich sehr wohl auch Arbeitsplätze weg…

Stand der Technik (beim autonomen Fahren)

Ein großes Thema war natürlich auch das autonome Fahren. Eine schöne Anekdote von Michael Bolle verdeutlicht anschaulich den Stand der Forschung: Bei einer von Bosch betreuten Testfahrt mit einem selbstfahrenden Auto verlief alles wie es sollte; Schilder und Markierungen wurden erkannt, der Wagen reagierte entsprechend, verhielt sich regelkonform und „schwamm“ so mühelos im Verkehr mit. Als das Auto, wie programmiert, an einem Zebrastreifen anhielt um eine ältere Dame über die Straße gehen zu lassen, winkte diese jedoch das Auto durch, entschied sich somit also zunächst gegen die Überquerung der Straße. Mit dieser Situation war das autonome Fahrzeug überfordert, an die möglichen Gestiken von Passanten, wie dem Durchwinken von Autos, hatten die Entwickler nicht gedacht.

Fazit

Ob es irgendwann mal eine Maschine oder ein Computersystem gibt, das uns tatsächlich jegliche Arbeit abnimmt, lässt sich zwar nicht absehen. Die Fortschritte auf dem Gebiet der KI sind gleichwohl beachtlich, keine Frage. Allerdings hapert es aktuell nach wie vor beim „Menscheln“. Das zeigt uns, wie wir als xinonet vielleicht an einigen Stellen im Prozess intelligente Systeme einsetzen könnten, die uns die Arbeit vereinfachen: Indem beispielsweise Bewerbungsunterlagen schneller und übersichtlicher geordnet werden oder wir Daten intelligenter miteinander verknüpfen können. Ziel sollte dabei stets sein, weniger Arbeitszeit mit lästigen und zeitintensiven administrativen Aufgaben zu verbringen um so zusätzliche Zeit für unser Kerngeschäft zu haben; nämlich mit Menschen zu sprechen, sie zu begeistern und für ein neue Aufgabe zu gewinnen. Das kann keine Maschine. Und selbst wenn, wer will schon von einem Roboter beraten werden?

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