Stiftet Ihr Unternehmen Identität?

Jeder Arbeitgeber möchte, dass sich seine Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Warum? Die Mitarbeiter betrachten sich dann als Teil des großen Ganzen. Sie stehen hinter den Zielen des Unternehmens und sind entsprechend motiviert, ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.

 

Doch wie fördert man die Identifikation der Mitarbeiter?

 

Hierfür machen wir einen kleinen Abstecher in die Sozialpsychologie. Wir alle gehören verschiedenen Gruppen an: Familien, Freundeskreisen, Fangemeinschaften, bestimmten Berufsständen und eben auch Unternehmen. Aus diesen Gruppenzugehörigkeiten resultiert maßgeblich unser Gefühl darüber, wer oder was wir sind. Man spricht auch von sozialer Identität. Damit Mitarbeiter eine positive soziale Identität aus ihrer Unternehmenszugehörigkeit ableiten – oder in anderen Worten: Damit Mitarbeiter mit Stolz sagen, dass sie für Unternehmen XYZ arbeiten – gilt es, das Konzept der sozialen Identität noch etwas besser zu verstehen.

Zunächst müssen sich Unternehmen darüber im Klaren sein, dass die soziale Identität immer aus einem Vergleich zwischen der eigenen Gruppe und anderen Gruppen hervorgeht. Für die Praxis bedeutet dies, dass Arbeitgeber sich von anderen Arbeitgebern abheben müssen. Wenn Sie etwa Gleitzeit und Home-Office-Lösungen bieten, dann ist das zwar nett und wird sicherlich auch zur Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter beitragen, aber die Identifikation mit ihrem Unternehmen wird dies kaum erhöhen. Schließlich gehören diese Dinge in vielen Branchen inzwischen schon zum erwarteten Standard. Selbst wenn Ihr Unternehmen in allen Bereichen bereits ein „guter“ Arbeitgeber ist, sollten sie bei einigen Merkmalen hervorstechen. Gut zu sein, grenzt Sie eben noch nicht genug von anderen Arbeitgebern ab. Oder in anderen Worten:

 

Wenn alle hervorragend sind, wer ragt dann noch hervor?

 

Kommen Sie jetzt bitte nicht auf die Idee, die Stockwerke Ihres Bürogebäudes mit Tunnelrutschen zu verbinden und erwarten Sie bitte auch nicht, dass es mit einem Tischkicker im Pausenraum getan ist. So einfach ist es nämlich nicht. Stattdessen sollten Unternehmen den Fokus auf Merkmale legen, die für Ihre Mitarbeiter auch relevant sind. Hier liefert die Forschung klare Hinweise. Beispielsweise haben sich Autonomie und Sinn in einer Vielzahl von Untersuchungen immer wieder als wichtige Faktoren für die Identifikation und die Motivation der Mitarbeiter herausgestellt. Genau da können Unternehmen ansetzen. Wie es geht, zeigt zum Beispiel die Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH, die die Verantwortung für die Auswahl der Azubis in die Hände der aktuellen Azubis legt. Oder die alpha-board GmbH, die einen sogenannten “Future Friday” eingeführt hat, bei dem Mitarbeiter frei darüber entscheiden können, an welchen innovativen Projekten sie mitarbeiten wollen. Wer kein Projekt findet, dass ihn interessiert, ruft halt ein neues Projekt ins Leben.

Welche Bedeutung Sinn haben kann, zeigt uns überdies seit Jahren das Mammutprojekt Wikipedia, welches durch die Arbeit einer Vielzahl von Freiwilligen entstanden ist, die durch eine große Idee angetrieben wurden und werden. Also: Nur Mut!

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