Jobhopper: Die etwas anderen Mitarbeiter

Die Zeiten, in denen das gesamte Berufsleben von der Ausbildung über die Karriere bis zur Rente in nur einem Unternehmen verbracht wird, sind vorbei. Im Durchschnitt wechselt heute jeder Arbeitnehmer insgesamt fünf Mal den Job. Gründe sind meist höheres Gehalt und schnellere Karriere. Rund 20 Prozent werden inzwischen als sogenannte Jobhopper angesehen, das sind Arbeitnehmer, die viele berufliche Stationen von kurzer Dauer absolvieren. Job-Hopping ist der Versuch, die eigene Karriere durch häufige Arbeitgeberwechsel zu beschleunigen. Doch wie sinnvoll ist diese Methode?

Gute Gründe für das Job-Hopping gibt es einige: Enttäuschung über einen nur sehr langsamen oder gar ausbleibenden Aufstieg in einem Unternehmen, der Wunsch nach beruflicher Veränderung und auch das Ziel, die eigene Qualifikation durch neue Einblicke breiter anzulegen. Wer häufig den Arbeitsplatz wechselt, sammelt sehr viel Erfahrung, häuft unterschiedliches Wissen und interessantes Know-how an, das für Unternehmen sehr nützlich sein kann.
Doch andererseits fehlt einem Jobhopper meist das innerbetriebliche Netzwerk, das notwendig ist, um gute Ergebnisse abzuliefern und voranzukommen. Wer sich nicht irgendwann für ein Unternehmen entscheidet, muss unter Umständen immer wieder wechseln. Dabei könnte es ständig schwerer werden, einen neuen Job zu finden. Denn Job-Hopping vermitteln Instabilität, da kommt bei Arbeitgebern die Befürchtung auf, dass solche Menschen schnell gelangweilt oder einfach nicht in der Lage sind, den für sie richtigen Job zu finden. Daher sortieren 40 Prozent der Personaler die Mappe von vermeintlichen Jobhoppern im Bewerbungsprozess aus.
Daher sollte Job-Hopping gut überlegt sein. Wer von einem Arbeitgeber zum nächsten springt, baut kein sicheres Terrain und vertrautes Umfeld auf. Allerdings verfügen Jobhopper über ein weitaus größeres Netzwerk, als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Dieses Netzwerk gilt es denn auch bei den häufigen Jobwechseln zu nutzen, um die Vorurteile der Personalabteilungen zu überwinden. Und genau hier liegt auch eine Stärke der häufig wechselnden Arbeitnehmer, die Unternehmen für sich nutzen können: Sie schauen sich um in der Welt, knüpfen wertvolle Kontakte und wissen eigentlich immer, wo sie Unterstützung für Projekte finden können. Sie bringen meist einen ganzen Koffer an nützlichen Verbindungen mit. Ob sie ihn allerdings auch für das Unternehmen auspacken, in dem sie gerade beschäftigt sind, ist eine andere Frage. Oft sind Jobhopper nicht lange genug dabei, um ausreichend Loyalität zu entwickeln und das Gefühl zu haben, etwas dauerhaftes aufzubauen, für das es sich aus ihrer Sicht lohnt, alles einzubringen, was sie zu bieten haben.
Auf jeden Fall empfiehlt es sich bei häufigem Wechsel des Arbeitgebers eng mit einem Personalberater zusammenzuarbeiten. Denn jeder Schritt, jeder neue Wechsel sollte gut überlegt sein, die Vorteile der schnelleren Karriere müssen die Nachteile der mangelnden Bildungen aufheben. Ein Personalberater kann neutral abwägen, Alternativen aufzeigen und dabei unterstützen, das richtige Folgeunternehmen auszuwählen.
Andererseits kann ein Personalberater mit seiner Expertise auch Unternehmen Chancen und Risiken bei der Beschäftigung von Jobhoppern aufzeigen und so letztlich Vorurteile zum gegenseitigen Nutzen abbauen.
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